Geschichte
Stich von Georg Matthaeus Vischer 1672
Die Burg Hardegg, im frühen 12. Jahrhundert bereits in Urkunden erwähnt, bildete auf einer Felsklippe über der Thaya eine starke Grenzfeste. Doch schon im 10. Jahrhundert hat hier eine kleine Wehranlage bestanden, die das Gebiet vor Einfällen feindlicher Scharen geschützt hatte.
1187 werden die ersten Burgherren, die Grafen von Plain-Hardegg, genannt.
Nach dem Erlöschen dieser Adelstamilie im Jahr 1260 traten verschiedene Besitzer auf, darunter der Obersthofrichter Johann I. von Hardegg, der Landmarschall von Niederösterreich Johann III. und der Reichshofrichter Michael von Magdeburg-Hardegg. In der Ära der Magdeburger wurde die Anlage wesentlich ausgebaut: Türme, Palas und eine Kapelle wurden errichtet. Ein Kuriosum aus dieser Zeit ist uns erhalten: Im Jahr 1437 wurde Hardegg mit 46.700 Holzschindeln neu eingedeckt!
Hardegg Kapelle
Nach dem Tod Michaels von Magdeburg-Hardegg fiel die Burg den Habsburgern zu, die sie 1506 an die Brüder Prüschenk übergaben und sie gleichzeitig zu Reichsgrafen von Hardegg erhoben.
Mitte des 17. Jahrhunderts folgten die Grafen Saint Julien-Wallsee als Besitzer, seit 1730 befindet sich die Burg im Eigentum der Grafen, später Fürsten Khevenhüller-Metsch. Doch schon seit dem 17. Jahrhundert wurde Hardegg kaum mehr bewohnt und zeigte gewisse Verfallserscheinungen. Als 1764 die Stadt Hardegg abbrannte, durften die Bewohner Steine und Gebälk der Burg für den Wiederaufbau ihrer Häuser verwenden.
Erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begann Johann-Carl Fürst Khevenhüller-Metsch mit der Sanierung der mächtigen Burganlage. Er beauftragte Gangolph Kaiser und Humbert Walcher von Moltheim mit den Aufbauarbeiten. Fürst Johann-Carl ist als Mitstreiter Kaiser Maximilians I. von Mexiko in die Geschichte eingegangen. Er hatte 1864 bis 1867 in Mexiko an der Seite Maximilians gegen die Aufständischen gekämpft.
Burg Hardegg
Nach seiner Rückkehr in die Heimat begann er mit der Restaurierung der Burg und richtete gleichzeitig ein Museum zu Ehren Maximilians von Mexiko und zur Erinnerung an das österreichisch-mexikanische Freiwilligenkorps ein.